lost mixtape#5: Schrein / Interchad / X-Pressway


I.: Du dort draussen, der du an deinem Rundfunkempfangsgerät rumdrehst, hörst nun lost mixtape… die sendung für in meiner kassettenkiste vergrabene alte kassetten…heute gehts so in etwa um das Motiv der Entlegenheit, im einzelnen dann um ein tape namens Schrein, das ich in meiner kassettensammlung gefunden habe und selber nicht so richtig einordnen konnte, wo es nun eigentlich herkommt. Ich hab noch einen Studiogast, der es dann aber erkannt hat…schreincover 001
R.: Ja Schrein hab ich erkannt, weil ich die Kassette schon auf CD hatte. Bei Radio T in Chemnitz hatte ich mir die besorgt.

“Schrein”

Intro + Leise ein Scharren am Stein – DIE HÖHLE webt der Sonne
gleich ihr Netz + Die GEZEITEN DER WÜSTE – Ebbe und Flut

AUF FAULENDEM BROT ergreifen Ratten hastig die Flucht aus dem Kanal
(“vertrocknetes gedärm verstopft…”)
(“what i was loved…”)
DAS HEILIGE FLUGBOOT ist längst zerschellt.

STAHLSTIEFEL marschieren lautlos noch

und am morgen des letzten friedens beginnt DER DÄMONEN TANZ

DER BERG HOFFNUNG zerfällt inmitten ihres Reigens geometrische Aussagen eineindeutig!

I.: Die Kassette ist ja hauptsächlich ein Produkt der musikalischen Aktivitäten von Lutz Zoglauer und Ralf Glaser, die ansonsten in Chemnitz für ihre frühen Underground-Filme und ihr Wirken im Umfeld der Chemnitzer Film-Werkstatt und des Klubkinos Siegmar bekannt zoglauersind. Ich hab dann bei Ralf Glaser angefragt, wie die Kassette so entstanden ist. Also, neben der mitunter recht psychedelischen E-Gitarre von Lutz hört man oft ein Harmonium, viele Lieder wirken dadurch so ein bisschen düster-sakral, auf der B-Seite der Kassette ist auch ein Textstück aus der deutschen Übersetzung von Hamlet, nämlich “Pyrrhus”  und auch auf der recht konzepthaften A-Seite wirken einige der Texte wie finstere spätmittelalterliche Untergangsszenarien, erinnern aber auch an obskure Filmschaffende wie Karel Zeman (und seine Jules Verne-Tribute). Ansonsten wirkten noch Hilmar Messenbrink, Dieter Pahlke(?), Ingo Stelzer und Claus Löser bei einigen Liedern mit..Die Texte auf der heute hier präsentierten A-Seite der Kassette scheinen alle von Lutz Zoglauer zu stammen.
R.: Schrein war eigenlich nicht der Bandname, Lutz Zoglauer und Ralf Glaser firmierten wohl zumeist unter dem Projektnamen Zombirg, 1987/88 gab es auch nochmal eine Kollaboration mit den Musikern von Die Gehirne, Claus Löser und Florian Merkel, wo wohl auch eine Kassette raus entstanden ist namens “new psychedelic revolution” (NPR). Die Aufnahmen fanden im Darmspülbad auf dem Sonnenberg in Chemnitz statt. Darauf ist auch eine Coverversion von “I walk with a zombie”, im Original 1981 von Roky Erickson (Ehemals 13th floor elevators) eingespielt…
I.: Doch bevor wir Schrein spielen, komme ich nochmal zurück zum von mir herbeiphantasierten Motiv der Entlegenheit, ich hatte nämlich die Idee diese Karl-Marx-Städter Undergroundaktivitäten mit noch anderen Tape-Aktivisten zu verknüpfen, die erstmal damit gar nichts zu tun haben, aber mir hat die Idee so gut gefallen da so einen Kontrast herzustellen… Bevor ich nämlich im Winter 89 den Karl-Marx-Städter Underground-Beat in Form der AG Geige im Parocktikum kennenlernte hatte ich zur DDR, denn ich kam ja aus Kassel, also ausm Westen eigentlich gar keinen Bezug. Im März 89 las ich allerdings in der Zeitschrift Spex ein DDR-Tourtagebuch des amerikanischen Avantgarde-Jazz-Country-Musikers Eugene Chadbourne, der wohl 1988 auf DDR-Tour war, das Tour-Tagebuch unter dem Titel “Ist möglich im Kommunismus” war echt lustig, mir fiel aber zum ersten mal auf, das ich von der DDR eigentlich echt keine Ahnung hatte, obwohl sie nur 50 km östlich von Kassel anfing. Eugene Chadbourne hat damals jedenfalls auch in Kassel gespielt und ich kaufte mir die Platte “I’ve been Everywhere”, auf der sich das gleichnamige Lied befindet, das ich euch jetzt vorspiele, darin gehts übrigens auch um entlegene Orte, an denen der Held des Lieds aber schon gewesen ist

Eugene Chadbourne: I’ve been everywhere

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R.: Ja, das war also Eugene Chadbourne, der übrigens auch mal in der Könneritzstrasse in Schleussig gespielt hat vor zwei Jahren in dem Plattenladen, mit seinem elektrischen Rechen. Wenn man aus Chemnitz kommt ist Karl-Marx-Stadt natürlich nicht entlegen, ganz im Gegenteil, 1988 war Kassel aber doch recht entlegen. Ist natürlich immer eine Frage der Perspektive. Eugene Chadbourne beklagt sich in seinem Tour-Tagebuch übrigens bitterlich darüber, das man in Karl-Marx-Stadt angeblich keine Unterhosen kaufen könnte. Nun kommen wir aber doch wieder zu den schon erwähnten Schrein. Auf der Kassettenbeilage ist die A-Seite mit sehr ausführlichen konzepthaften Liedtiteln beschrieben, ich lese die Titel mal vor, denn wir spielen sie an einem Stück, da sie auch irgendwie zusammen gehören. “Nach einem Intro kommt der Abschnitt “Leise ein Scharren am Stein – Die Höhle webt der Sonne gleich ihr Netz”, dann “Die Gezeiten der Wüste – Ebbe und Flut”. Als dritter Abschnitt dann “Auf faulendem Brot ergreifen Ratten hastig die Flucht aus dem Kanal”. Dann kommt ein etwas herausstechender englischsprachiger Abschnitt, den man etwas schwer zuordnen kann, woraufhin das kurze “heilige Flugboot ist längst zerschellt” folgt. Dann beinah Instrumental: Stahlstiefel marschieren lautlos noch. Schliessslich kommt der vorletzte Teil “Und am morgen des letzten Friedens beginnt der Dämonentanz. Zum Schluss sticht dann wieder etwas heraus “Der Berg Hoffnung zerfällt inmitten eines Reigens, geometrische Aussagen eineindeutig!”.

Schrein “Schrein” A-Seite

I.: Lutz Zoglauer und Ralf Glaser mischten übrigens auch auf dem von Florian Merkel von der Band die Gehirne 1989 zusammengestellten Kollaborationsmixtape “Karl-Marx-Stadt-Studio-Big Band Schlimmer Finger” mit. Ich hab Florian Merkel mal gefragt und er meint, die gitarre von Lutz Zoglauer in dem Lied Hutzenjagd zu erkennen, möglicherweise auch in Highway-Song, in dem übrigens Jan Kummer von AG Geige singt. Das spiel ich euch jetzt mal vor.

Karl-Marx-Stadt-Studio Bigband – Highway song

R.: JA, dieses Tape war ja ein recht interessantes Projekt, an dem quasi die gesamte Karl-Marx-Städter Tape-Szene nochmal mitmischte und durchgemischt wurde.

I.: So, nun quasi nochmal zurück zum Thema der Entlegenheit. Ich hab damals ganz gern das Fanzine Howl aus München gelesen und da gabs eigentlich in jeder Ausgabe ein Neuseeland-Special, der neueste Krach aus Neuseeland wurde ziemlich gehypt und man konnte die Platten des bekannten Neuseeländischen Labels Flying nun auch wirlich beinah in jedem Provinzplattenladen in Westdeutschland käuflich erwerben. Seltsam ist in diesem Entlegenheitskontext, das man die Platten aus der DDR in der BRD eigentlich kaum besonders präsent waren. Meine neuseeländische Lieblingsband waren die Tall Dwarfs, von denen ich jetzt mal das Lied “Pauls place” spiele

Tall Dwarfs – Pauls Place

R.: Ich kenne aus Neuseeland eigentlich nur die Band xxx…

I.: Etwas tiefer im Kassettenunderground befand sich das Label X-pressway aus Dunedin. Ich kaufte mir irgendwann mal die Compilation “xpressway pile-up” auf der ist mein Lieblingslied “Rain” von den Wreck small speakers on expensive stereos. Der Sänger Michael Morley brachte unter diesem Namen seit 1982 unzählige Tapes raus. Später wurde seine ab 86 existierende band “the dead c” auch in gewissen kreisen ziemlich bekannt.

wreck small speakers on expensive stereos – rain

R.: die Sängerin Denise Roughan hat ja scheinbar damals schon den baldigen zusammenbruch des kapitalismus herbeigesehnt, auf compilations des xpressway-labels sind mit schönen titeln wie “killing capitalism with kindness” auch schon praktische vorschläge vorhanden…

I.: Ja ganz zum schluss nochmal was von einer alten neuseeländischen kassettenlegende. Das Lied “Native Waiter” von den Victor Dimisich Band. Die Band befand sich auch schon 1983 auf Compilation Tapes (“Songs from the lowlands”) des “Every Secret Thing” Tapelabels, das eines der frühesten und aktivsten Labels gewesen sein dürfte. Robert Scott von den Bats (und The Clean oder Electric Blood) hatte es in den späten 70ern gestartet.

Victor Dimisich Band – Native Waiter

R.: Ja, das wars dann für heute auch schon wieder… wir verabschieden uns..

I.: Teil zwei dieser Sendung kommt nochmal mit der B-Seite der Schrein-Kassette, mit noch mehr Musik aus Neuseeland und vielleicht auch mit ein paar Fragen und Antworten von uns an Lutz Zoglauer und Ralf Glaser. Das wird dann am 31. Januar gesendet. Bis dahin gehabt euch wohl…

Ich hab ein paar Fragen an Lutz Zoglauer, Ralf Glaser, Florian Merkel und Claus Löser gestellt, wie folgt:

Lost: Wie bist du eigentlich zum Filmemachen gekommen, eure Filme “Der Besuch” und “Blutiger Abend” waren ja bestimmt nicht so ganz einfach zu realisieren unter den damaligen Bedingungen der Filmmetropole Karl-Marx-Stadt?
Lutz Zoglauer: Durch die Karl-Marx-Städter Kinoszene (da mußte man doch einfach anfangen selber Filme zu machen)
-die 8mm- Kamera meines Stiefvaters
-Ralfs übergreifende Begeisterung für Bilderwelten
Es gab eine für DDR-Verhältnisse gute Versorgung mit 8mm Film und Technik.
16mm-Technik, was wir dann hatten gab es fast gar nicht aber dafür einen staatlich bezahlten Betreuer (der meines Wissens nicht bei der Stasi war! mal bei Claus nachfragen) der uns wirklich oft ermunterte und half namens H. Viertel.

Lost: Wie sind Schrein dann entstanden, hatte es auch was mit dem
Filmemachen zu tun oder war es tatsächlich ein rein musikalisches
Phänomen?
Lutz Zoglauer: Auf Schrei’n ist Pollenflug fast eine Auskopplung aus dem Film “Victoria” von C.Löser. Wenn Du denn Film siehst bzw. hörst wird das offensichtlich.

War die Seite A des Schrein-Tapes so eine Art Konzeptwerk? Die
Liedtitel legen das ein bisschen nahe, stellen jedenfalls so eine Art Einheit her…?
Lutz Zoglauer: Die A-Seite ist aber doch eher als rein musikalische “Studio”-Compilation geplant und gemacht worden, sicher entstand dabei auch der Konzeptcharakter.
(Soweit ich mich noch erinnere hatte auch eine Geschichte von St. Lem Einfluß auf die musikalischen Bilder.)

Lost: Haben Lutz und du eigentlich vor oder nach Schrein auch musikalisch in irgendwelchen Gruppierungen oder Projekten mitgewirkt?
Lutz Zoglauer: zB. mit Hilmar Messenbrinck von TONSTEIN gab es einige kleinere Projekte.
Der versprach mir übrigens schon vor Jahren die legendären Aufnahmen von TONSTEIN zu kopieren.
Eine der damals wenigen KarlMarxStädter Bands die ich sehr mochte. Naja vielleicht wird es ja noch.
Später spielten wir noch mit Gullymoy und was Ralf schon so erzählte.
Das nächste Tape ist noch in Arbeit (wird wohl eher ein “Alterswerk”)

Lost: Sind Schrein jemals richtig aufgetreten oder war es eher so eine Art Studio/Proberaum-Angelegenheit?
Lutz Zoglauer: sind nie aufgetreten.
Schrei’n war als reines Studioprojekt geplant (also nicht wie bei M. Oldfield der aus Mistrauen im Studio lieber fast alles selber einspielt) so mit geplanten Gasteinspielungen.
Den Vergleich mit Karel Zeman finde ich sehr schön. Bei Ihm kommen ein künstlerisch-technischer Formalismus(auf der Weltausstellung in Brüssel 1958 gewann der Film den Grand Prix),Kapitalismuskritik, ironischer Zukunftspessimismus und der naive Kinderfilm grandios zusammen. Ich würde die musikalische Stimmung eher irgendwo zwischen einem düster verregneten (def. farblosen) Karl-Marx-Stadt und A.H. “Schöne neue Welt”.

Claus Löser:
Lutz Zoglauer und Ralf Glaser lernte ich 1984 kennen, als ich auf der Suche nach Leuten war, die mir helfen konnten, meine filmischen Ideen technisch umzusetzen. Sie hatten eine 16mm-Kamera, wir freundeten uns anund drehten bis 1990 insgesamt 4 Filme zusammen. Sie waren bereits vorunserem Treffen musikalisch aktiv. Auch die „Gehirne“ gab es ja schon.
„Schrein“ war der Versuch, diese beiden Aktivitäten zusammenzuführen. Es gab ein paar Sessions, jedoch nicht in der „Schnapsbude“, sondern im„ Darmspülbad“ auf dem Sonnenberg. (In den Räumlichkeiten war tatsächlich früher ein solches Etablissement gewesen. Die alte Schrift konnte man auf der Fassade noch lesen.) Lutz und Ralf waren musikalisch als Cousins Einzeltäter bzw. Doppeltäter, hatten aber auch Kontakt zu Leuten wie Hilmar
Messenbrink oder Tobias Tetzner, die eher aus kirchlichen Kreisen kamen.Florian Merkel war am Schlagzeug ein oder zwei mal als Schlagzeuger bei unseren Sessions dabei. Wie gesagt, wir improvisierten, probierten aber auch mal einen Klassiker. Das war „I walk with a Zombie“. Weiß gar nicht:ist der Song mit auf der Kassette drauf? Meine ist verloren gegangen. (Der Hintergrund: Lutz trug den Spitznamen „Zombie“. Und ich mochte das Lied sehr.)
„Pollenflug“ war ein Text von mir, den ich als Prolog zu unserem Film „Victoria“ auf Band gesprochen hatte. Später hat Lutz in quasi für das Tape „remixt“.
Meiner Erinnerung ist „Schlimmer Finger“ unter Mitwirkung von Lutz und Ralf entstanden … das lief aber unabhängig von „Schrein“. Frag dazu bittemal meinen alten Freund Florian Merkel: contact@florianmerkel.de

Ralf Glaser:
Was den Song “I walk with a Zombie” betrifft, so ist dieser auf der “Dance on Brain” Kassette von N.P.R. (New Psychedelic Revolution) zu finden. N.P.R. war der Session Zusammenschluss von Die Gehirne und Zombirg – so hieß eigentlich das Musikprojekt von Lutz und mir. Die Aufnahmen fanden im besagten Darmspülbad statt und stammen vom Oktober 87 und November 88. Ich besitze nur noch ein Tape, welches ich eigentlich mal digitalisieren wollte. Aber … na ja, das ist noch nicht passiert. Falls Du daran Interesse hast, kann ich es Dir gern zukommen lassen.

Florian Merkel:
Auf dem Schlimmen Finger sind alle möglichen Leute übereinandergemixt. Lieder von bestimmten Personen gibt es deshalb fast nicht. Lutz war auf jeden Fall dabei, Ralf vermutlich auch, die beiden waren ja meist zusammen zugange. Auf welchen Stücken kann ich im Moment nicht 100%ig nachvollziehen. Irgendwo habe ich eine Liste. Lutz’ Guitarre hatte einen etwas näselnden, verzerrten Ton. Die Nr. 5 “Hutzenjagd” klingt sehr danach.
Ich habe noch eine Kassette mit wüstem Zeug “NPR” (Neue Psychedelische Revolution) mit Sessions von Lutz, Ralf, Claus und mir.
Kennengelernt habe ich die beiden über Claus weil sie bei seinen Filmen mitgearbeitet haben.
Bei Nr. 4 “Highwaysong” sind die beiden wahrscheinlich auch dabei, insofern als ich die Gitarre niemand anders zuordnen kann. Sicher bin ich mir aber nicht. Die Stimme ist von Jan Kummer.
PS. Beim “Übergang” ist keine Gitarre dabei, da spielt Wolfgang Hartzsch Cello.

Liedtexttranskription (incl. Missverständnisse und Randbemerkungen)
Intro
A1. Leise ein Scharren am Stein – DIE HÖHLE webt der Sonne gleich ihr Netz
(bis min.3 intro (?) mit harmonium-e-gitarre, dann ab 3.20 setzt der bass ein, schleppende geräusche)… Wer kann schickt der herrschaft den kern seiner wahren grösse, doch wer kennt die wahrheit, das in den dimensionen der zeit gewachsene gras des lebens, doch die ekelt das an, das kaum hörbar wurde, verschwundene stadt, die bruch, die höhle wird zur quelle einer toten zukunft…

A2. Die GEZEITEN DER WÜSTE – Ebbe und Flut
saxophon – ingo stelzer?, leadgitarre dieter pohlke(?))

A3. AUF FAuLENDEM BROT ergreifen Ratten hastig die Flucht aus dem Kanal
vertrocknetes gedärm verstopft die kläglichen Löcher des Kanals…auch du musstest davon, wolltest nur kurz umschweifen noch das grab, doch sieh wohin dein mut uns gebracht zu der bequemlichkeit des wanderers früher tod hast du die saat verfaulen lassen. oh könntest du doch diese schrift aus deinen frühen tagen noch verstehen wie du sie einst erdacht. das brot gebacken aus bazillen eurer trägheit isst jeder willig auf und würgt noch den rest in zufriedener übelkeit. kein wort des widerrufs unterminiert die seligkeit des glücks. doch irgendwo greift der teig ein zu brechen dass dieser seinen sinnen gibt gestalt und bestellt den boden, den er selbst auch schuf in vielen reimen und harren im schweren hagel mit kraft und geist…und auch so wird ein neuer leib das licht verheissen, ein dunkles licht , doch doch kann der dreck der im gewitter fiel nur langsam weichen, doch nun würgst du den teig genau wie sie und trocknest dabei langsam aus und die gebreste deines körpers werden im überfüllten meer der stinkenden kloake wie unzählige leiber vor dir treiben (chor: lasset uns danken für alles dem herrn – der oben erloschen im sternengedärm quadratische träume binomischer tod erlösendes schicksal dem heiligen boot)

A3. What i was loved what i was liked let that be known let that be known what liked what light confusion is a fun sports through the image of the north life continue crashing steel boats certain colours of desire we’re living a rewind look out for holy sibling sleeping on our riches drawing circles through the time and stones of the same dreams are always flowing down a seal in the morning through a long blue curtain like a haze a lonesome in the middle time of flesh let my life to me… afraid for to fear… living in an island afraid for the morning… afraid for the fear…

a4. Das heilige flugboot ist längst zerschellt.
das heilige flugboot ist längst zerschellt…
ab 4.25 fliegt in den tod…(unverständlich)…

a5. STAHLSTIEFEL marschieren lautlos noch und am morgen des letzten friedens
ab 2.40 stimmen wie rückwärts

a6. beginnt DER DÄMONEN TANZ
subjekte zertrümmern die skulptur der hoffnung struktur des seins verzerrt zur scharfen lanze zerschneiden nun die bänder der moral wer hemmt die fetzen fliehen die augen zu verbinden das greuel und glück als eins erscheinen zu spät erreicht der atem dieses ziel zu spät reift die erkenntnis das ruhe fand im tod

a7. DER BERG HOFFNUNG zerfällt inmitten ihres Reigens geometrische Aussagen eineindeutig! (nach 1 min zu ende)

B1. Blatzt
(keksdosenschlagzeug, quietsch)
(Saxophon) ich sauge euch ab(?)

B2. The lost 70th
Like raindrops throught the dawn… Don’t hope that anytime a little of the feeling would return of the lost 70s. That meaning has created sound that understand many people that we all together went to different stages but the building broke down. And thats why the state of humans always misses the highpoint and never comes the chance again. The beginning and the end of world. but we ever want to hear the sound of this music of the lost 70s…am ende des hauses stand ein kleines licht, alte glasfenster .die sich erwärmen wollen..und niemand wusste es..Schemen gesehen

B3. Pollenflug
(Piano+Drum+Vögel,Kühe, Atem)…ich begab mich also zu jener im Tal liegenden Ansiedlung, folgte dem angebot, das zu unerwarteter stunde aus unerwarteter richtung gekommen war, wie dem auch sei letztendlich blieb mir ja nichts übrig als anzunehmen..was hinter mir lag war getan auf was ich zuging war unbekannt und von mir ungebilligt, und schon deshalb verlassen. frühling, die jahreszeit ganz im zeichen ihrer allgemein bekannten und geschätzten vorteile, sonneneinstrahlung progressiv,,nicht aufdringlich, wenig pollenflug kaum insektenbefall, und so fort… kurz die lage schien erträglich…möglich, das alles ein bisschen zu gut zusammen passte, doch mitunter ist man geneigt den dingen zu traun. (voc. Claus Löser)

B4. Pyrrhus
(Text: W. Shakespeare (Hamlet))

Der rauhe Pyrrhus, er, des düstre Waffen,
Schwarz wie sein Vorsatz, glichen jener Nacht,
Wo er sich barg im unglückschwangern Roß,
Hat jetzt die furchtbare Gestalt beschmiert
Mit grauserer Heraldik; rote Farbe
Ist er von Haupt zu Fuß; scheußlich geschmückt
Mit Blut der Väter, Mütter, Töchter, Söhne,
Gedörrt und klebend durch der Straßen Glut,
Die grausames, verfluchtes Licht verleihn
Zu ihres Herrn Mord. Heiß von Zorn und Feuer,
Bestrichen mit verdicktem Blut, mit Augen,
Karfunkeln gleichend, sucht der höllische Pyrrhus
Altvater Priamus –

B5. Die Ewige Uhr (Es zählen die Tropfen)
…für die ewige uhr: stay for ever, wait for tomorrow, stay

B6. Black birds
The world has fallen down to shadow just like a bird on a black…

Lutz Zoglauer – git, voc, harm, b, perc.b6
Ralph Glaser – perc, dr, harm

Dieter Pahlke – leadgit. Die Höhle, zweite Git. Dämonen Tanz
Hilmar Messenbrink – dr. Stahlstiefel und The lost 70th
Ingo Stelzer – sax. Die Gezeiten der Wüste
Claus Löser – voc. Pollenflug

Texte: B3 Claus Löser/ B5 R.Glaser, L.Zoglauer/ B2 L.Zoglauer (engl.) Andersen (deutsch) / B4 W.Shakespeare / Alle übrigen Texte Lutz Zoglauer

Gestaltung(?):Lutz Zoglauer Mischung, Produktion und Cover:LZ RG

A lot of overdubs but no synth’s p 1988

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2 thoughts on “lost mixtape#5: Schrein / Interchad / X-Pressway

  1. Hi, deine Sendung ist super. Sagmal, kann man sich das Schrein Tape mal überspielen? Das würde mich sehr freuen.
    Liebe Grüße
    Sascha aus Leipzig (ursprünglich aus Karl-Marx-Stadt)

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