airwaves dream…

Some of the links here might be dead… i will try and check them on their functionality…Intro_Lutz_Schramm

=dt64= In spring 1989 I ran by accident into a radio broadcast on the eastern german (still GDR) youth radio dt64, they were playing a whole record by the Slits (as recorded by John Peel). I was amazed, didn’t know much about the conditions for punk in the GDR then. (as I was living in the western german border region, still old FRG)
=parocktikum= In the following weeks I tuned in regularly into that broadcast, it was called Parocktikum and Lutz Schramm, who did it, opened up his broadcast in 1989 more for those GDR punk bands, which weren’t before allowed to be broadcast (while Punk/Indie was broadcast more often since 1986). That showed me how amazing radio could be, he played everything that was important for me at that time (Chumbawamba, Nomeansno) and gdr punk bands like Gefahrenzone or Fanatische Frisöre which I didn’t know by that time.
=Radio Blau= Years later I took part in some radio broadcasts on local free radio “radio blau“, but somehow realized that I was mostly too confused to say something in front of a microphone. We did a live broadcast with our favourite tapes (off course we had spooled the tapes carefully to songs). I played some of the songs that had amazed me so much some years before, when I heard them the first time moderated by Lutz Schramm.
This is dedicated to free radio stations. I assembled a whole lot of them here, you might as well listen (most live streams work with VLC).

“It’s coming on the airwaves / Coming on the airwaves /Coming on the airwaves dream” (buzzcocks)

HIER FINDET SICH DIE RADIOSAMMLUNG

Advertisements

Samstag, 20.6. (14-16 Uhr): Lost Mixtape#8 Thema Experimentelle Ausformungen gewöhnlicher Musikrichtungen

Heut wieder in beinah alter Zusammensetzung der anfänglichen Sendungen… ursprünglich war der Gedanke mal ne fraulaborSendung über die Art von Musik zu machen, die in Leipzig häufig unter dem Begriff NOISE läuft, also im weitesten Sinne unkonventionelle Musik mit lärmförmigen Auswüchsen (Feedback, Wiederholungen, seltsame Instrumente, merkwürdige Aufführungspraxis, reiner Krach), aber schliesslich fanden wir es dann viel interessanter, diese unkonventionellen Auswüchse in den Musikrichtunfeuerimlaborgen, die wir hören an sich zu beobachten, also: Experimente im Metal, Experimente im Punk, Experimente im Noise.  Oder vielleicht auch eine persönliche Geschichte der Überraschung durch ungewöhnliche musikalische Einfälle in gewohnheitsmässig gehörter Musik. Dann stellt sich noch die Frage, ob es diese Überraschungen im richtigen Leben auch gibt. Diesmal live während eines Umtrunks im Kleingarten (gewohnheitsmässig) aufgenommen. Am Abend vorher haben wir noch die ziemlich überraschenden französischen Bands Le Singe Blanc (Metz) und Upfall?! (Nancy) interviewt, die gerade in der Gegend waren. Interessiert hat mich auch die Frage ob die oft instrumentale oder textbeilagenlose Noisemusik auch ideelle Inhalte hat und überhaupt. Hier kanns dann auch wieder nachgehört werden… Die musikalische Bandbreite reicht von Arab on Radar, Aids Wolf, Carcass, Don Vito, Andre Duracell, Forguette mi Note, King Diamond, Kurws, Lavigna, Le Singe Blanc, Lightning Bolt, Mur, Naked City, Ned, Nuclear Assault, Nomeansno, Ovo, Schmidt Vicious, S.Y.P.H., Upfall?!, bis hin zu Voivod…

hier anhören den unerträglichen lärm:

radiotrinkerin#1: wurmparade auf dem zombiehof // radiotrinkerin#2: look at london flying by me

vor’ner Weile hab ich noch angefangen eine Sendung zusammenzustückeln, welche sich mit Büchern und Musik befasst… es heisst Radiotrinkerin (die Radiotrinkerin ist jedoch meist abwesend, ich trinke auch alleine schon genug)… dort also kann mensch sich die Sendungen anhören:

Radiotrinkerin#1: Wurmparade auf dem Zombiehof – 40 Gründe, den Trashfilm zu lieben
(über das gleichnamige Buch von Christian Kessler, sowie meine persönliche Müllliebe)

Radiotrinkerin#2: Look at London flying by meFlowers of Romance
(Über London, Erzählungen, die in London angesiedelt sind, Punkbands aus London, die über London singen und meine persönliche Londonzuneigung)

Lost Mixtape#7 am Sonnabend, 25. April um 19 Uhr Ex-yu hcpunk underground and community radio

Listen to lost mixtape#7 on ex-yu hc and punk and radio

Es fing 2009 an, als ich eine Tape Compilation mit Bands aus der Nähe des kroatisch-bosnisch-serbischen Grenzflusses Sava zusammenstellte . Im Beiheft war auch ein Szene-Report aus der Stadt Sombor in der Vojvodina von Ana, Macherin des Profit from Poison Fanzines. Letztes Jahr war ich nun nochmal in der Nähe von Sombor und dort spielten die Bands P.R.S.O. und The Spritz, die ich beide sehr gut fand. Nun spielen sie (P.R.S.O. und Pestarzt), prsohundiewie von mir gewünscht, hier in Leipzig und ich dachte ich kombiniere es mit einer Spezialsendung über den jugoslawischen Punk-Untergrund der Vergangenheit, über jugoslawische und postjugoslawische Community-Radios und über deren Gegenwart. Der Sender B92 aus Belgrad war wohl das erste interessante Radio-Projekt, dessen Existenz in mein Bewusstsein drang. Es wurde 1989 als Studentenprojekt gegründet und sollte dann in der Zeit des aufkeimenden Nationalismus in ganz Jugoslawien eine teils wichtige und subkulturelle, zum Teil aber auch nur liberale und marktgerechte Rolle spielen. Zur Zeit der Proteste gegen Milosevic spielte es eine wichtige Rolle als nationalismuskritisches und auch in seiner Vernetzung internationalistisches Projekt, es gab Kontakte zu Musikern wie Mike Watt (Minutemen) oder Sonic Youth. Heute ist das Programm leider komplett langweilig, welche Rolle B92 als linksliberales Medium in einer Gesellschaft spielt, die grosse Probleme mit Nationalismus und religiösem Fundamentalismus hat, ist natürlich eine komplett andere Frage… Viel länger existiert der Sender Radio Študent in Ljubljana, der sich schon 1969 aus einer studentischen Initiative ergab:

In der aufgeheizten Atmosphäre der späten 1960er entstand in Ljubljana Radio Študent – die erste unabhängige Radiostation in Jugoslawien – sie wurde 1969 von der Študentska organizacija uStudent-Radio-e1358886955842niverze v Ljubljani gegründet. Der Akt der Gründung war Teil der Konzessionen seitens der Behörden, die Wut der Studenten über die teilweise Nachrichtensperre in Slowenien während der 1968er Proteste zu beschwichtigen.”

(The Diversity of diversity traditions: Rock in opposition and yugoslavian underground / ahogonsindustrialguide.blogspot.de) Radio Student ist immer noch der interessanteste Sender in den Ländern, die Jugoslawien nachfolgten. Ich sprach mit dem Macher der Sendung “Subway“, die wöchentlich das Neueste aus Punk, Hardcore, Crust und Grind-Untergründen widerspiegelt und auch Ausflüge in die Szenen anderer Länder unternimmt. Ein weiterer interessanter Sender ist der Kanal 103 aus Skopje in Mazedonien, den es seit 1991 gibt.  Ich spiele an diesem Abend also mit der Geschichte der Radios verwobene Punk und Hardcoremucke, wie z.B. die bereits 1980 (!) komplett im Radio aufgenommenen Frühwerke der Punkband Termiti, interviewe Igor Vidmar (der von 1978-1989 die Punkrocksendung Rock Front moderierte), spiele aber auch späteres, das den wie ich finde sehr grossartigen Hardcorepunkuntergrund reflektiert (und 1983 schon im semiberühmten Punk-Fanzine Maximum Rocknroll mit einem jugoslawischen Szene-Report gewürdigt wurde) und ein paar Lieder von den Bands P.R.S.O. und Pestarzt. Rahela Ferari – just sleep

Hier das Skript mit allerlei Runterladmöglichkeiten

lost mixtape spezial#6: Bulgaria wave punk… Dienstag 24.2.2015 um 19 Uhr

Hier ists nachzuhören: (oder runterladen)

hier liebe hörer halte ich eine zeitschrift in der hand, in der so ca 1994 über die punkszene in bulgarien berichtet wird. erwähnt wird hauptsächlich, dass es keine guten aufnahmen gibt. vor ungefähr einem jahr hab ich damit angefangen, mit einem nachbarn von mir, der in bulgarien geboren ist, öfters auch musik aus dem bulgarien der 80er jahre zu hören. dabei wurde mir eine ziemlich gut anhörbare, sehr melancholische, wavige seite des bulgarischen post-punk bekannt, die ich und mein nun auch hier im studio von radio blau anwesender nachbar euch vorstellen werden…

so gegen ende der 80er jahre gabs in bulgarien, wie in anderen sozialistischen ländern eine leichte, vielleicht der perestroika geschuldete liberalisierung, die auch den umgang mit punk und die möglichkeit der veröffentlichung für auch im westen ja nicht so total massentaugliche musikrichtungen wie punk, wave und metal begünstigten… erste frühe zeugnisse solcher musik finden sich in bulgarien auf rock-samplern des staatlichen balkanton-musikverlages, so kann man z.b. auf dem sampler “rock for peace” oder “Рок За Мира” von 1987 die band Клас mit dem lied “Един Човек” finden, wie Клас sind viele der frühen bands, die auf solche art erfolg hatten stark an westlichen vorbildern wie depeche mode orientiert, also  synth-pop.

zeitgleich entwickelte sich natürlich auch ein punk-underground mit bands wie ddt, u.z.z.u. oder nova svetja, bands die ihre einflüsse auch aus dem ungleich offeneren nachbarland jugoslawien bezogen. irgendwo dazwischen gab es nonkonformistische bands wie die 1984 gegründeten Воцек и Чугра oder Кале, aus denen sich die erfolgreichsten bands des spezifisch bulgarischen wavepunk formierten: Нова генерация und Ревю, später entstanden in deren Umfeld grossartige bands wie Абсолютно Начинаещи.

Воцек и Чугра – Песен за мир

Абсолютно Начинаещи – Две Сълзи

Mehr Information über die einzelnen Bands findet sich hier.

Lost Mixtape#5 Einhalb: Neuseeländische Low Fidelity und Karl-Marx-Städter niedrigschwellige Seltsamkeit

zum zweiten teil der sendung, die sich mit einer kassette namens schrein aus dem karl-marx-stadt des jahrs 1988 :: diesmal die b-seite und dem neuseeländischen underground der 80er jahre befasst verweilen wir erstmal kurz noch in neuseeland.. genauer in Dunedin im Süden der Inselgruppe, wo sich Ende der 70er erste Punkbands formiert hatten. Die vielleicht bekannteste war Toy Love, nach deren Ende 1981 Chris Knox und Alec Bathgate die Zweimannband Tall Dwarfs gründeten. In einem frühen Musikvideo der Tall Dwarfs zum Song Nothings going to happen sieht man Chris Knox direkt in einen Kassettenrekorder hineinsingen und das hört ihr nun, sowie die Verzweigungen des Karl-Marx-Städter Tape Underground ins Filmische… und noch vieles andere mehr…

(Die Sendung runterladen sollte hier möglich sein)

lost mix tape review#1: VIRUS TROPICAL (Compilation Tape, Sao Paulo, 2013)

Virus Tropical Tape Review rechtsklick maustaste und ziel speichern zum abspeichern

Ich stand an einem Ofen in Leipzig-Connewitz, sie standen neben mir, ich hatte eine Kassette von Ihnen gekauft und sie hatten gerade gespielt, nämlich die Band Rakta raktagroupaus Sao Paulo. Die Kassette ist eine Compilation, die 4 gegenwärtige Bands aus Sao Paulo in Brasilien versammelt. Das Tape gefällt mir sehr und so gebe ich euch hier Gelegenheit an meinem Glück teilzuhaben. Sowohl Rakta, als auch eine der anderen Bands von dem Tape, die Band Cadaver em transe wurden dieses Jahr im bekannten San Francisco’schem Heft Maximum Rocknroll sehr angepriesen für ihre jeweils neuesten Veröffentlichungen. Auf der Kassette befinden sich Rakta mit ihrem schön verhallten Wavepunk, daneben noch Likzo, die Hardcore für eine beschädigte Gesellschaft spielen und gleichfalls ein Reverb-Gerät besitzen. Auch noch drauf: Cadaver em transe sind schön verhallter Punk für eine Stadt und Welt ohne Zukunft. Meine heimlichen Favoriten von der Kassette sind die mehr postrockigen, postpunkig-melancholischen Gattopardo, hört euch mal ihr Lied “Desenkanto” an, sie haben ebenfalls schön desillusionierte Liedtexte. In einem Interview erzählen Rakta, wie sie in London auf einem Konzert Leute von der alten Londoner Band Hagar the womb und Apostles trafen “Carla and Laura were travelling around Europe together…and met PART1, Integrants, and a lot of punk icons – hahaha. People of The Mob, Hagar the Womb, the Kill Your Pet Puppy fanzine… It was a night of good beers, radical music, good friends, good chats… A night to remember.” Da sie auch neben ihren wavigen Anteilen auch im frühen politischen Hardcore und Punk verwurzelt zu sein scheinen, spiele ich in der Tape-Vorstellung auch noch Sachen von älteren Bands aus Sao Paulo, namentlich die Mercenárias mercenariasund Cólera, die den frühen 80er Jahren entstammen und einiges von meinen Favoriten aus dem früh80er London, nämlich die Poison Girls (die Platte “Hex” wurde vor kurzem wiederveröffentlicht), Hagar the womb und The Apostles. Kaufen könnt ihr das Tape womöglich noch auf der Bandcamp-Seite… Virus Tropical
Rakta – Take your time

Likzo – Karma em design

Cadaver em transe – Cadaver em transe

Gattopardo – desencanto

Mercenarias – inimigo

Colera – em setembro

Hagar the womb – dressed to kill